Kanak Attak
De precarity webring
| 1. Group name (in original language): |
| Kanak Attak |
| 2. City/geographical area: |
| Germany |
| 3. Short description (including brief history): |
| - founded in 1997, trying to escape from leftist niches in order to make theform and the content of active anti-racism more attractive for people with adifferent social background; aiming at a change of perspective from a defensiveposition (dialogue, integration and victimisation) to an offensive approach(migrant struggles, their history and autonomy; right for legalisation) [Kanak Attak ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Leuten vor allem aber mitaber auch ohne migrantischem Hintergrund. Wir wollten bei unserer Gründung 1997aus der Defensivität linker Nischen heraus und mit den Mitteln unserer Praxisden Antirassismus für andere Milieus attraktiv gestalten, und zwar sowohl inForm als auch in Inhalt.Während sich die institutionellen MigrantInnenorganisationen auf Multikulturspezialisiert zu haben schienen, das heißt die Bühne der Toleranz- undDialogkultur pflegten, gerieten die Selbstorganisierungsbemühungen vonMigrantInnen, die vor allem auf Selbstverteidigung ausgerichtet waren, vorallem im Zuge der Repressionen nach dem so genannten Kaindl-Prozess in dieKrise: Der Kreis der zu Mobilisierenden verkleinerte sich, die einseitigeKopplung an antinationale Diskussionsstränge tat ihr Übriges. Und trotzdemetwas bewegte sich, man musste nur die Perspektive wechseln. Wir deklariertenzunächst das Ende der Dialogkultur in alle Richtungen als Ausdruck einesUnbehagens der jüngeren MigrantInnengeneration, das schon lange existierte, undals Bestätigung ihrer neuen selbstbewussten Haltung.Unser erster Einsatz bestand in der Entdeckung und Wiederentdeckung derGeschichte der migrantischen Kämpfe. Das hatte für uns eine praktische und einetheoretische Dimension. Praktisch hatte es der Antirassismus nötig, und dainsbesondere der migrantische Antirassismus, seine eigene Geschichte zu kennen:Vor allem um sich in eine Tradition stellen zu können und um aus der Geschichteihrer Erfolge und Niederlagen lernen zu können, aber auch um das Bild derMigrantinnen und Migranten allein als Objekte und Opfer von Rassismus ein füralle Mal vom Tisch und aus den Köpfen zu fegen. Für eine theoretische Praxisging es uns darum das Verständnis von Rassismus gegen den Strich zu bürsten.Wir wollten eine Historisierung des Rassismus, um zu zeigen, dass er historischnicht immer die gleichen Gruppen auf die gleiche Weise unterwirft, um zu zeigen,wie sich auch Niederlagen und Erfoge von Kämpfe gegen Rassismus in seine immerwieder stattfindende Reorganisierung einschreiben.Wir lernten, die gegenwärtig stattfindende Veränderungen des Migrationsregimesoder die Änderungen bezüglich des Staatsbürgerschaftsrechts in ihrenhistorischen Verbindungen zu sehen. Den zur Zeit in der Ausländerpolitik sobeliebten Begriff der Integration wiesen wir deshalb zurück. Wir erblicken inihm nichts anderes als die Forderung nach individueller Anpassung derMigrantInnen, statt den lang gestellten Forderung nach Verbesserung ihrerLebensverhältnisse in Angriff zu nehmen. Insofern ist "Integration" ist inunseren Auge ein bloßes Versprechen, das verdeckt, dass die meistenMigrantInnen hier entrechtet leben und dass sie historisch gegen dieseEntrechtung gekämpft hatten.Im Sommer letzten Jahres machten wir deshalb einen Vorstoß, in dem wirerklärten: Kein Einwanderungsgesetz! - Recht auf Einwanderung! Wir fordern einRecht auf Legalisierung, weil wir glauben, dass wieder über Rechte vonMigrantinnen und Migranten geredet werden muss. Der Vorschlag besteht darin,Prozesse der Illegalisierung anzugreifen. Dabei geht es nicht nur um dieMenschen, die in Deutschland bereits ohne Papiere leben. Illegalisierung kannprinzipiell alle Ausländer betreffen und durchzieht als Erfahrung alleCommunities. Mit einer solchen Perspektive versprechen wir uns, die durch dasAusländergesetz verursachte Trennung von MigrantInnen auf der einen, undFlüchtlingen auf der anderen Seite in der politischen Praxis zu überwinden -weil die Legalisierung alle betreffen kann und de facto betrifft.Zwar ist heute immer noch nicht ganz klar, ob das Zuwanderungsbegrenzungsgesetzin Kraft treten wird, aber mit der darin festgelegten Abschaffung desDuldungstitels werden Leute, die hier leben, in die Illegalisierung getrieben.Zudem wird der größte Anteil zukünftiger Einwanderung illegalisiert und damitkriminalisiert werden. Eine Mobilisierung für das Recht auf Legalisierungkönnte helfen, den Antirassismus aus der Offensive zu bringen, weil er damitaufhört den schlechten Verhältnisse hinterherzuhinken.] |
| 4. Type of group: (e.g. assembly of several groups, trade union, magazine/alter media, social centre, militant research group, immigrant support group, queer action group etc.): |
| Germany-wide network with local groups; mailinglist; occasional Germany-widestrategy meetings [Bundesweites Netzwerk, lokale Gruppen, email-verteiler, gelegentlichebundesweite strategie-treffen] |
| 5. Issues addressed (e.g. migration, call centres, care, universities etc.): |
| migration/racism/anti-racism; post-colonialism [Migration/Rassismus/Antirassismus; Postkolonialismus] |
| 6. Repertoire of practices (e.g. direct action, information & assistance, support, performances etc.): |
| performances / theatre / film / screenplay; posters; theory production; publicevents: information, discussions, conferences [Performance /Theater /Film /Drehbuch; Plakate; Theorieproduktion;Veranstaltungen (Info/Diskussion/ Konferenz)] |
| 7. Initiatives and open political processes: |
| “Society for Legalisation” (initiative of migration strugglesaddressing illegal residence); dual citizenship; protection marriage [Gesellschaft für Legalisierung /initiative zur Organisierung vonMigrationskämpfen rund um die Frage des illegalen Aufenthalts; EuropäischeVernetzung; Beschäftigung mit Anti-Islamismiscem Rassismus; doppeltestaatsbürgerschaft / scheinehen] |
| 8. Struggles you are involved or you know in your city (if possible, including contact): |
| ((depending on the respective city)) |
| 9. Networks in which the group is participating and/or links with other groups: |
| Euromayday; “Society for Legalisation”; The Expenses’ Rebellion (conference on labour and migration); Frassanito Network; Interventional Left (association of militant groups in Germany), [Euromayday,GfL, Kosten Rebellieren, Frassanito Network, Interventionistische Linke] |
| 10. Brief explanation of involvement in the MayDay mobilizations: |
| preparation and mobilization in Hamburg; participation in European meetings; publication of German Euromayday newspaper 2005] [v.a. in HH mobilisierung und Vorbereitung, au europäischer Ebene Teilnahme an Vorberietungs- und Diskussionstreffen, Mitarbeit an der Publikation der Euromayday-Zeitung 2005] |
| 11. Research developed (in case you have any, present the issues and method): |
| --- |
| 12. Contact e-mail: |
| serhat@kanak-attak.de |
| 13.Website and/or weblog: |
| www.kanak-attak.de |
